Vegetative Vermehrung bei Phalaenopsis Orchideen

Phalaenopsis StammkindelStielkindel oder Stammkindel
Orchideen vermehren geht für Laien am einfachsten auf vegetativem Weg. Bei der vegetativen Vermehrung von Orchideen erhalten wir eine der Mutterpflanze genetisch vollkommen identische neue Pflanze. Die einfachste Art Orchideen vegetativ zu Vermehren ist das Abtrennen und Eintopfen eines Ablegers, der bei Orchideen Kindel genannt wird. Bei unseren Phalaenopsen gibt es zwei Arten von Kindel. Das erste ist das Stielkindel, dass sich mit etwas Glück an einem Vegetationspunkt des Blütenstengels bildet. Dort treibt die Orchidee dann statt einer neuen Blütenrispe Blätter, ein Kindel entsteht. Ein Stielkindel lässt sich relativ einfach abtrennen und einpflanzen sobald es groß genug ist. Das zweite Kindel, ein Stammkindel, wächst direkt aus einer Achsel des Stammes der Orchidee. Ein Stammkindel sichert das Überleben der Orchidee. Nach dem Abtrennen eines Stammkindels erhält man aber keine zwei Orchideen.


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Ein Stielkindel abtrennen
Der beste Zeitpunkt für das Abtrennen eines Stielkindels ist das Frühjahr, da zu diesem Zeitpunkt das Lichtangebot für die junge empfindliche Pflanze am größten ist. Ein Kindel sollte nicht von der Mutterpflanze getrennt werden, bevor es nicht mindestens 2 Blätter und drei Luftwurzeln hat, die mindestens 5cm lang sein sollten. Je größer das Kindel ist, desto besser sind seine Überlebenschancen. Hat man sich entschlossen, das Kindel von der Mutterpflanze zu trennen, sollte man das mit einem möglichst scharfen und desinfizierten Messer machen. Trennen Sie das Kindel mit einem Teil des Blütenstieles ab, also den Blütenstiel ca 1cm unterhalb und oberhalb des Kindels durchschneiden. So vermeiden Sie eine Verletzung des Kindels.

Als nächstes muß das Orchideenkindel eingepflanzt werden. Das hierfür benötigte Substrat sollte möglichst fein sein. Es gibt im Handel spezielle feine Substrate die für Orchideen Jungpflanzen geeignet sind. Verwendet man ein Orchideen Substrat* für erwachsene Orchideen ist es sinnvoll die größeren Stücke der Pinienrinde manuell zu zerkleinern. Die Jungpflanze wird vorsichtig mit den Wurzeln in einen Orchideen Topf* gepflanzt. Den Topf vorsichtig auf die Tischplatte aufstoßen, damit sich das Substrat verdichten kann, und den Wurzeln halt gibt. Orchideentöpfe bestehen aus durchsichtigem Kunststoff, damit an die Luftwurzeln Licht gelangen kann.

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Um der jungen Phalaenopsis Hybride jetzt optimale Anwachs Bedingungen zu bieten, sollte die Luftfeuchtigkeit um die Jungpflanze herum jetzt möglichst groß sein. Dies kann man erreichen, indem man die Jungpflanze in ein kleines Aquarium stellt, dessen Boden mit Blähton gefüllt ist. Wenn man das Aquarium jetzt bis zur Oberkante des Blähtons mit Wasser füllt, steigt die Luftfeuchte innerhalb des Aquariums im Gegensatz zur Außenluft um mindestens 20% an. Hat man kein Aquarium zur Hand hilft zur Not auch ein mit Blähton und Wasser gefüllte Pflanzenuntersetzer und häufigeres Ansprühen der Jungpflanze mit einem fein zerstäubten Wasserstrahl. Auf jeden Fall benötigt man viel Geduld, wenn man seine Orchideen selbst vermehren möchte. Oft geht der Orchideen Ableger ein, da den empfindlichen Jungpflanzen auf der Fensterbank keine optimalen Lebensbedingungen geboten werden können. Auch wenn die Jungpflanze es schafft und anwächst, bis zur ersten Blüte vergehen mindestens drei Jahre.

Phalaenopsis Hybride Stammkindel

Das Stielkindel
Die zweite Form des Kindels, das Stammkindel bildet sich, wenn der letzte Blütentrieb nicht aus einer Blattachsel entspringt, sondern aus dem Herz der Orchidee wächst. Bildet sich der letzte Blütentrieb aus dem Herz, kann hier kein neues Blatt mehr entstehen. Das hat zur Folge, dass die Orchidee absterben wird. Um das eigene Überleben zu sichern treibt die Phalaenopsis dann ein Stammkindel aus. Dieser Vorgang hat bei meiner abgebildeten Orchidee 2 Jahre gedauert.

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Das Kindel hat mittlerweile 3 Blätter, aber noch keine Luftwurzeln. Wenn sich am Kindel Luftwurzeln gebildet haben, könnte man versuchen es abzutrennen. Ich werde es jedoch einfach weiter wachsen lassen. Dadurch verhindere ich eine Verletzung und ein eventuelles Absterben des Kindels. Da ist es sicherer, das Kindel weiter von der Mutterpflanze versorgen zu lassen. Sollte die Mutterpflanze dann im Laufe der Zeit absterben wächst das Kindel im alten Topf einfach weiter.


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