Knitter oder Ziehharmonika-Wuchs an Blättern

Miltonia-Knitterwuchs
Miltonia-Knitterwuchs

Knitter oder Ziehharmonika-Wuchs an Blättern
Von Ziehharmonika-Wuchs werden Orchideen der Arten Miltonia, Cambria, Oncidium, Odontoglossum und Promenea betroffen. ( Foto Ziehharmonika-Wuchs an einer Miltonia )
Es handelt sich hierbei um Orchideenarten, die im Wohnzimmer erheblich schwerer als Phalaenopsen, zu halten sind. Wir müssen diesen empfindlichen Orchideen Arten in der Wohnung die für ihre Art optimalen Standortbedingungen bieten. Sind die Bedingungen in Bezug auf Luftfeuchte, Lichtangebot und Wassergaben nicht perfekt, reagiert die Orchidee mit einem Wachstumsstop. Die Orchidee fängt erst wieder an zu Wachsen, wenn die Bedingungen wieder stimmen.
Diese Wachstumsstockungen führen dann zum Knitter oder Ziehharmonika-Wuchs.
Korrigieren lässt sich der Knitterwuchs im nachhinein nicht mehr. Die Orchidee sieht mit Ziehharmonika-Wuchs zwar nicht so gut aus, aber schaden tut er der Orchidee normalerweise nicht.
Um den Knitterwuchs zu vermeiden kann man jedoch versuchen die Ursachen abzustellen, wenn sie bekannt sind.


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Mögliche Ursachen des Ziehharmonika-Wuchs
Wenn man die möglichen Ursachen Wassergabe, Luftfeuchte, Temperatur und Lichtangebot kennt, kann man versuchen, der betroffenen Orchidee andere Bedingungen bieten und schauen wie sie reagiert.
Bei meiner Miltonia und der Cambria stimmt eventuell der Gießrythmus nicht. Ich gieße einmal pro Woche, meistens Sonntags. Es kommt aber auch schon mal vor, dass ich es vergesse und erst am darauffolgenden Sonntag wieder giesse. Meinen Phalaenopsen macht das nichts aus, die Beiden nehmen es aber offensichtlich übel. Als Abhilfe giesse ich die Miltonia und die Cambria jetzt zweimal pro Woche, damit das Substrat nicht mehr austrocknen kann.
Knitterwuchs kann auch durch zuviel Giessen verursacht werden. Wird zuviel gegossen sind eventuell die Luftwurzeln verfault. Hier kann umtopfen helfen. Entfernen Sie die verfaulten Wurzeln halten Sie die betroffenen Orchideen in Zukunft etwas trockener.

Eventuell sind den betroffenen Orchideen die Temperaturen zu hoch. Gerade Miltonien reagieren empfindlich auf zu Hohe Temperaturen. Diese sollten Tagsüber nicht über 22°C steigen, und Nachts deutlich abkühlen. Sind die Temperaturen am Standort zu hoch kann ein Umzug in ein kühleres Zimmer, eventuell das Schlafzimmer, Besserung bringen.

Epiphytisch wachsende Orchideen benötigen generell eine hohe Luftfeuchte, etwa ab 50% im unteren Bereich und die bis zu 90% für Vanda Orchideen im oberen Bereich betragen soll. Diese hohe Luftfeuchte ist in einer Wohnung nur schwer zu erreichen und würde wohl auch zu Schimmelbefall führen. Wir können aber versuchen am Standplatz der Orchideen ein Mikroklima mit höherer Luftfeuchte zu schaffen.

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Eine einfach und effektive Methode ist das Ansprühen der Orchideen und des Substrates, eventuell auch mehrmals täglich. Man kann die Orchideen auch auf einen mit Blähton oder Kies gefüllten Untersetzer stellen, den man mit Wasser füllt. Das verdunstende Wasser erhöht die Luftfeuchte am Standort der Orchidee. Ein guter Standort für Orchideen ist naturgemäß das Badezimmer, wenn es über ein Fenster verfügt. Im Badezimmer ist die Luftfeuchte durch regelmäßiges Baden oder Duschen höher als in der restlichen Wohnung.

Ziehharmonika-Wuchs kann auch durch unvorteilhafte Lichtverhältnisse verursacht werden. Epiphyten vetragen keine direkte Sonneneinstrahlung. Orchideen müssen in der Regel hell stehen, aber abgeschattet. Dieser Schatten kann durch andere Zimmerpflanzen, Bäumen vor dem Haus, oder durch eine Gardine gewährleistet werden.
Knittern Orchideen weil sie zu dunkel stehen, etwa an einem abgeschatteten Nordfenster, hilft es oft sie an ein helleres Fenster umzuziehen.

Cambria Nelly Isler Knitterwuchs
Cambria Nelly Isler

Sympodiale Mehrgattungshybriden blühen aus jedem Trieb nur einmal
Sympodial wachsende Mehrgattungshybriden treiben nach der Blüte ein bis mehrere seitliche Neutriebe.
Gleichzeitig kann es passieren, dass die Luftwurzeln des alten Triebes absterben.
Da die Luftwurzeln der neuen Triebe jedoch nicht dahin wachsen werden, wo die Mutterpflanze ihre Luftwurzeln hatte, kann es im Topf schnell eng werden. Es entsteht Platzmangel der dazu führen kann, das auch die neuen Luftwurzeln wieder verkümmern.
Mit verkümmerten Luftwurzeln kommt es dann wieder zu Wassermangel und in der Folge zu Ziehharmonika-Wuchs.
Bei Ziehharmonika-Wuchs lohnt es also in jedem Fall die Orchidee auszutopfen und den Zustand der Luftwurzeln zu kontrollieren, um sie dann in einen neuen nicht zu großen transparenten  Orchideentopf (Feuchtigkeitskontrolle) umzutopfen.

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