Generative Vermehrung bei Phalaenopsis Orchideen

Die generative Vermehrung, das heißt die Pflanze wird mit Samen vermehrt, ist bei Orchideen relativ schwierig, weshalb sie meistens nur von Orchideen Züchtern oder Orchideen Liebhabern im Gewächshaus durchgeführt wird. Die Samengewinnung kann auch auf der Fensterbank gelingen, aber die Aussaat dürfte relativ schwierig werden. Im Gegensatzt zu anderem Samen, wie zB. einer Erbse, fehlt dem Orchideensamen das eigene Nährgewebe. Orchideensamen besteht nur aus der Keimzelle, und benötigt in der Natur die Hilfe eines Pilzes, der die Nährstoffe in Moos oder Rinde so aufspaltet, das sie von dem Sämling genutzt werden kann.


Werbung

In der Natur werden Orchideen von Insekten bestäubt, die den Pollen der einen Orchideen Blüte auf der Narbe einer anderen Orchideen Blüte abstreifen. Dies kann auf ein und derselben Pflanze passieren, es ist jedoch auch möglich, daß ein Insekt den Pollen zu einer anderen Orchidee transportiert und diese bestäubt. Geschieht die Bestäubung Artübergreifend entsteht eine neue Naturhybride. Nach erfolgreicher Befruchtung bildet die Orchidee innerhalb von ein paar Wochen eine Samenkapsel, die wenn sie reif ist aufplatzt, und den Orchideensamen in die Luft entlässt.

Auf der Fensterbank oder im Gewächshaus muß zunächst einmal der Orchideen Samen gewonnen werden. Hierfür muß eine Orchideen Blüte befruchtet werden. Die Befruchtung selber kann mit einem Zahnstocher durchgeführt werden, mit dem die Pollen der einen Blüte auf die Narbe einer anderen Blüte gebracht werden muß, um diese zweite zu Bestäuben. Es sollten immer zwei Blüten vorhanden sein, entweder an der selben Orchidee oder an einer zweiten Orchidee der gleichen Art. Eine Orchideen Blüte kann nicht von sich selber befruchtet werden. War die Bestäubung erfolgreich, wird an der bestäubten Orchidee jetzt eine Samenkapsel heranreifen.

Der Orchideen Züchter wird den Orchideensamen in einer sterilen Werkbank aussähen, die Bakterien und Pilzsporen der Luft von den empfindlichen Sämlingen fernhält, und in der die Sämlinge auf Nährböden mit den benötigten Nährstoffen versorgt werden. Der Pilz, der die Nährstoffe aufspaltet, ist bei dieser Form der Aussaat nicht mehr nötig.
Wer keine sterile Werkbank besitzt, muß sich natürlich anders behelfen.


Werbung

.
In der Hoffnung, das der Pilz im Substrat der Elternpflanze vorhanden ist, kann man den Samen einfach im Topf der Elternpflanze austreuen. Bei diesen Versuchen kann es aber schwierig sein, die nötige Feuchte im Substrat zu halten, da dieses natürlich von der Oberfläche her austrocknet. Daher ist es besser ein größeres Stück Pinienrinde zu besamen. Vorher muß dieses natürlich mit dem benötigten Pilz geimpft werden. Zu diesem Zweck wird die Pinienrinde mit dem Substrat der Elternpflanze bedeckt und etwa zwei Wochen liegen gelassen. Ist der Pilz im Substrat der Elternpflanzen vorhanden, wird er in dieser Zeit auch die Borke befallen.

Auf diesem Stück Borke säht man jetzt den Orchideensamen aus, und legt es in ein Minigewächshaus. In diesem Gewächshaus kann die Borke durch regelmäßiges Ansprühen leichter Feucht gehalten werden.

Mit etwas Glück und viel Geduld keimt der Orchideensamen und eine kleine Orchidee wächst herran. In jedem fall brauch man aber viel Geduld, denn nicht jeder Versuch wird gelingen und bis eine Blühfähige Orchidee herranwächst vergehen mindestens drei Jahre.


Weitere Artikel dieser Kategorie