Epiphyten

Regenwald_211803Epiphyten leben auf Bäumen
Als Epiphyten werden Pflanzen bezeichnet, die nicht in der Erde sondern auf anderen Pflanzen, meistens Bäumen, wachsen.
Die Bezeichnung Epiphyten stammt aus dem alten Griechenland und bedeutet in der Übersetzung, Aufsitzerpflanze.
Die meisten Epiphyten leben in den tropischen Regenwaldgebieten Asiens, Australiens oder Südamerika. Epiphyten leben jedoch nicht als Schmarotzer. Sie nutzen die Pflanze auf der sie wachsen nicht als Wirtspflanze, von der sie ernähren, sondern sie benutzen die Kronen der Urwaldriesen als Standort um dem Licht näher zu sein, als das auf dem Boden im Tropenurwald möglich wäre.


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In der Höhe ist die Vermehrung einfacher
Ein weiterer Vorteil der epiphytischen Lebensweise ist die bessere und weitere Verbreitung von Flugsamen durch den Wind.
Für die auf Insektenbestäubung angewiesenen Orchideen bieten die im Kronenbereich des Urwalds reichlich vorhandenen Fluginsekten und auch Kolibris die besten Bestäubungsmöglichkeiten.

Zu den Epiphyten der Tropen mit den meisten Arten zählen neben den Orchideen (Orchidaceae) die Bromelien (Bromeliaceae), von denen einige zB. Tillandsien auch den Weg in unsere Wohnzimmer gefunden haben. Ebenfalls epiphytisch wächst eine große Anzahl von Farnen, die Tüpfelfarngewächse (Polypodiaceae).

von scott.zona (Flickr: Tillandsia balbisiana) [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons
Ernährung in den Baumkronen
Um sich in den Baumkronen mit Wasser und Nährstoffen zu Versorgen haben sich die verschiedenen Epiphyten Gattungen unterschiedliche Wuchs- und Lebensformen entwickelt.
Die Wurzeln der Bromelien dienen ausschließlich der Befestigung. Mit Ihnen hält sich die Bromelie auf ihrem Baum fest. Ihre breiten Blätter wachsen wechselständig rosettenförmig und bilden einen Trichter, in dem sich Wasser und auch Pfanzenteile oder abgestorbene Tiere sammeln können.
Mit auf den Blättern sitzenden „Saugschuppen“, den Trichomen sind Bromelien in der Lage dieses Wasser und die in ihm gelösten Nährstoffe direkt ohne Umweg über die Wurzeln aufzunehmen.
Die Blüten entspringen dem Trichter der Bromelien an Blütenständen in Trauben oder Rispen. Oft dienen bunte Hochblätter (Brakteen) unterhalb der Blütenstände dem Anlocken von bestäubenden Insekten, Vögeln oder Fledermäusen.


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Alfindra Primaldhi [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons
Dendrobium cuthbertsonii; Alfindra Primaldhi [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons
Multifunktionale Luftwurzeln der Orchideen
Die Luftwurzeln der Orchideen haben Haltefunktion und sind gleichzeitig für die Nährstoffaufnahme zuständig. Zu diesem Zweck sind die Luftwurzeln der Phalaenopsen mit abgestorbenem schwammartigem Gewebe, dem Velamen radicum ummantelt. Dieses Velamen radicum nimmt Nährstoffe auf und dient als Zwischenspeicher. Über die Exodermis, die eigentliche Wurzelhaut werden die Nährstoffe dann von der Orchideen aufgenommen. Die Luftwurzeln der Phalaenopsis enthalten außerdem wie die Blätter aller Pflanzen Chlorophyll. So sind auch die Luftwurzeln der Phalaenopsen in der Lage unter Nutzung des Sonnenlichts mittels der Photosynthese Kohlendioxid in Sauerstoff umzuwandeln.
Die verdickte Sproßachse sympodial wachender Orchideen, die Bulben, dienen vielen epiphytisch wachsenden Orchideen als Wasserspeicher.

Pkhun in der Wikipedia auf Englisch [CC BY-SA 3.0 oder GFDL], via Wikimedia Commons
Vanilla aphylla, Vanille; Pkhun in der Wikipedia auf Englisch [CC BY-SA 3.0 oder GFDL], via Wikimedia Commons
von Doug Beckers from Killcare Heights, Australia (Snake OrchidUploaded by berichard) [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons
Cymbidium suave; von Doug Beckers from Killcare Heights, Australia (Snake OrchidUploaded by berichard) [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

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